Friday, April 19, 2024
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Trotz Sanktionen: Russland ist immer noch unter zwei wichtigsten Gaslieferanten der EU



Trotz Ukraine-Krieg und harter Sanktionen beliefert Russland viele EU-Länder weiter mit Gas. 2022 war Russland noch immer der wichtigste Erdgaslieferant in Europa. Woran liegt das?

Moskau – Vielen EU-Ländern fällt es weiterhin schwer, sich vom russischen Gas zu lösen. Wie aktuelle Zahlen der EU-Kommission zeigen, hat Russland zwischen Januar und November 2022 insgesamt fast 25 Prozent des europäischen Gases geliefert. Das ist zwar wesentlich weniger als noch 2021, als Russland die Hälfte des europäischen Erdgases lieferte. Doch fällt es einigen EU-Ländern weiterhin schwer, sich von Russland gänzlich zu trennen.

Russland liefert über Pipelines Erdgas und LNG nach Europa

Russland liefert über drei Wege Erdgas nach Europa: über die beiden Pipelines Turkstream und Transgas sowie auf dem Seeweg als Flüssigerdgas (LNG). Die Turkstream-Pipeline versorgt Süd- und Osteuropa über das Schwarze Meer. Die Transgas-Pipeline geht durch die Ukraine bis nach Österreich und Italien.

Zwischen Januar und November 2022 hat die EU sich bemüht, aus anderen Ländern Erdgas zu bekommen. Daher ist Russland auch „nur“ noch für ein Viertel der Gasimporte verantwortlich. Die restlichen 75 Prozent teilen sich wie folgt auf:

Gas aus Russland: Österreich, Italien, Tschechien und Slowakei haben gelitten

Als Russland vor einem Jahr die Ukraine überfallen hat, waren sehr viele EU-Länder von russischem Gas abhängig. Deutschland bekam fast die Hälfte seines Erdgases aus Russland, aber andere Länder noch viel mehr: Finnland bekam 94 Prozent seines Gases, Lettland 93 Prozent aus dem Land. Österreich nahm 80 Prozent seines Gases aus Russland, für Italien waren es 46 Prozent. Als im Juni 2022 Russland seinen Gashahn zum ersten Mal zudrehte, machten sich vor allem Italien und die Slowakei große Sorgen.

Viele dieser Länder mussten sich also im vergangenen Jahr komplett umstellen. Tschechien, die Slowakei und Deutschland bekommen beispielsweise überhaupt kein Erdgas mehr aus Russland – als Reaktion auf die Unterstützung für die Ukraine. Aber andere europäische Länder tun sich viel schwerer. Österreich und Italien werden zum Beispiel noch immer durch Russland beliefert.

Österreich bekam im Dezember 70 Prozent seines Gases aus Russland

Wie das Handelsblatt schreibt, hat Österreich im Dezember 2022 noch 70 Prozent seines Gases aus Russland bekommen. Zwar wird Österreich nicht immer zuverlässig beliefert – wenn es Putin nicht passt, dann werden die Lieferungen wieder gedrosselt. Aber die österreichische Wirtschaft kommt nur langsam vom billigen Gas weg. Das wird der Politik möglicherweise auch passen, denn in Sachen Energiesicherheit gibt es dadurch weniger Sorgen.

Österreich steht aber nicht alleine da. Auch Italien bezieht noch fast 20 Prozent seines Erdgases aus Russland. Das ist zwar eine deutliche Reduzierung. Aber über die Transgas-Pipeline fließt via Österreich noch relativ viel. Die italienische Regierung hat sich verpflichtet, spätestens bis Ende 2024 keine Gasimporte von Russland mehr zu beziehen. Bis dahin müssen neue Energiequellen gefunden werden.

Quelle : Merkur

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